GAV Reininghaus Q6A

In Zusammenarbeit mit dem Architekten Alfred Graffer

Kompakte Siedlungsstruktur – energieoptimierter Stadtteil

 

Die geplante Baukörperdimensionierung korrespondiert mit den Proportionen der neuen Bebauung in Reininghaus bzw. entlang der Esplanade und nimmt Rücksicht auf die umliegenden Quartiere. Es werden kompakte Bauvolumen auf  Sockelzonen – den sogenannten Inseln - und möglichst großzügige Freiräume geschaffen. Die Zwischenräume der Bebauung ermöglichen größtmögliche Durchlüftung des Areals. Die herausgehobenen Sockelzonen der Inseln definieren klare Grenzen zwischen dem öffentlichen und dem halb-privaten Bereichen der einzelnen Wohnblöcke und schaffen so eine klare Beziehung der Bewohner zu ihrem neuen Zuhause. Die Proportionen der einzelnen Baukörper sollen einer Großform entgegenwirken und die Wohnungsanzahl pro Block auf ein nachbarschaftliches, lebendiges Maß reduzieren.

 

Erdgeschosswohnungen mit Gartenanteilen und Kleinkinderspielplätze können so, trotz hoher Urbanität im unmittelbaren Umfeld funktionieren. Fahrradabstellplätze – situiert im Keller – werden über Fahrradtreppen und -rampen direkt von außen erschlossen und durch Oberlichten natürlich belichtet.

 

Die Bebauungen entlang der Esplanade und dem neuen Wetzelsdorfer Platz beherbergen im Erdgeschoss vorwiegend öffentliche Nutzungen (Handel, Dienstleistungen, Gewerbe, Büros, Gastronomie, Kindergarten, Fahrradverleih, etc.) sowie wohnungsbezogene Flächen (Fahrradabstellplätze, Müllräume, etc.). Die neuen Gemeinschaftsflächen sind in fast allen Häusern vorhanden und haben ihr Zentrum direkt am öffentlichen Park.

 

Die Inseln erweitern und bilden Freiflächen für die darüber liegenden Wohnräume. Die Grünflächen der Sockelzone, die privat bzw. semi-privat genutzt werden (Nachbarschaft) sind visuelle und spürbare Erweiterung der Grünzonen und der Quartiersplätze.

Während der öffentliche, gut durchwegte Grünraum samt Plätzen und Räumen eine urbane, langfristig nutzungsflexible Zone definiert, gewährt die Ebene über der Sockelzone die Befriedigung des für die Nachbarschaft und einzelne gemeinschaftliche Einrichtungen (Kleinkinderspielplätze, Aufenthaltsbereiche,..) wertvollen Schutzbedürfnisses im urbanen Raum.

 

Der neue Kindergarten ist im Nordwesten des Quartiers situiert und wird durch seine runde Form zu einem eigenständigen Baukörper im städtebaulichen Ensemble. Im Erdgeschoss befindet sich die Kinderkrippe und darüber der Kindergarten, beide verfügen über einen großzügigen und begrünten Außenbereich und einen kleinen - geschützten und leicht einsehbaren - inneren Rundhof.

 

 

Durchwegung – optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr

 

Zentrales Augenmerk wurde auf die Durchwegung (Fußwege, Radwege) des gesamten Areals gelegt. Die gebaute Struktur verdichtet sich an den Haupt- und Bewegungsachsen und definiert durch Höhe, als Landmark, das neue Stadtteilzentrum.  

Die Plätze und Wege entlang der Durchwegung werden spezifisch ausgestaltet und möbliert: Sitzmöglichkeiten, Fahrradtreffpunkt, E-Bike Ladestation, Spielmöglichkeiten, Trinkbrunnen, etc. Hier entsteht Raum für Aktivitäten jeglicher Form. Es entsteht ein stark frequentierter urbaner Raum. Der Kindergarten und andere Einrichtungen finden hier ihre außenliegende Bühne.

PKW-Stellplätze befinden sich in Tiefgaragen (autofreies Wohnen) mit Ausgängen entlang der Esplanade und direkten Zugängen zu den Gebäuden.

 

Hoher Grünflächenanteil

 

Unterschiedliche Parkanlagen, Baumgruppen  entlang der Durchwegung (entlang der Promenaden auch begleitende Alleen) und in den Quartieren, machen den urbanen Raum als grüne Oase erlebbar.

 

Erscheinungsbild

 

Das Ensemble wird von den langgestreckten, riegel- und winkelförmigen Baukörpern bestimmt, welche die Möglichkeiten der Inselbildung optimieren. Die Fassaden werden durch Fensteröffnungen definiert, welche immer zwei Geschosse verzahnen, damit sich die Höhe der Gebäude nicht sofort erfassen lässt. Unterstützt wird dies durch farbige Putzflächen und Gebäudeeinschnitte im Erdgeschoss.

Aufgelockert wird die Bebauung durch die – eher introvertierten – Punkthäuser, den Kindergarten und die großen Freiflächen.

 

Jahr: 2016
Auftraggeber: ÖWG
Preis: Ankauf