Rathaus Premstätten

Städtebauliche und Baukünstlerische Überlegungen

Das Wettbewerbsgebiet befindet sich westlich der Parkfläche und südlich der Josef Krainer Straße. An diesem Standort soll das neue Gemeindezentrum Premstätten mit dem neuen Hauptplatz realisiert werden. Der Entwurf soll sich Richtung Grünfläche orientieren und auch einem Gastronomiebereich Platz bieten. In diesem Sinne wurde ein 2-geschossiger, rechteckiger Baukörper geplant, dessen Ausrichtung parallel zu westlichen Grundstückgrenze verläuft und nicht im rechten Winkel zur Straße steht. Durch diese Verschwenkung gibt es keine direkte Straßenfront und der neue Hauptplatz öffnet sich auch zum westlichen Bereich der Gemeinde um die Kirche. Ebenso ist es dadurch möglich den Neuen Hauptplatz gestalterisch bis zum Kreisverkehr vorzuziehen, den vom Kfz-Verkehr dominierten öffentlichen Straßenraum lebenswerter zu machen, den Verkehrsfluss zu verbessern und einen markanten nördlichen Abschluss für den Park zu definieren .

Ein Viertel des neuen Gemeindezentrums besteht aus einem überdachten und eingefassten Luftraum, welcher als Schwelle für den Haupteingang des Rathauses dient. Dieser Bereich ist einerseits schon Teil des Gebäudes und andererseits ein Teil des Hauptplatzes. Diese Unbestimmtheit wirkt wie ein emotionaler Generator für die multifunktionale Nutzung (Märkte, Feiern,…) dieses „Vorhofs“ und wird zum Identitätssymbol für das neue Gemeindezentrum Premstätten.

Eine längsgerichtete Verkehrsachse durchzieht das Gebäude und ermöglicht so eine sparsame Erschließung. Die notwendigen Parkplätze für Besucher und Bedienstete sind durch einen Nebeneingang direkt angebunden. Die Gastronomie kann auch vom überdachten Hauptplatzbereich aus betreten werden, ebenso wie direkt aus dem Rathaus. Der Sitzungs- und Trauungssaal ist teilbar und ist über zwei nördlich ausgerichtete Sheddächer ausreichend belichtet. Der Saal besitzt einen großzügigen Vorbereich welcher sich auf die südwestliche Terrasse mit Kirchturmblick öffnet. In Kombination mit der kleineren Sitzungssaalterrasse kann man die komplette Südseite des Obergeschosses zu einem Großraum verbinden.

Die Fassadengestaltung spiegelt die unterschiedlichen Funktionen ab. Im Erdgeschoss dominiert eine gewisse Transparenz und Offenheit, weil sich hier die eher „lauteren“ Bereiche mir hoher Besucherfrequenz befinden, wie die Gastronomie, Standes- und Meldeamt. Das Obergeschoss erscheint als homogener, geschlossener Körper. Hier sind die „ruhigeren“ Funktionen untergebracht. Die Administration, der Sitzungsaal (welcher auch als Trauungssaal fungiert) und das Bauamt. Durch diese geschossweise Trennung der Fassade erscheint der Körper im Park – trotz seiner Größe – zu schweben.

Jahr: 2017
Auftraggeber: Gemeinde Premstätten
Preis: 1.Preis