Wettbewerb Studienzentrum Montanuniversität Leoben

FINALIST

 

Das Baufeld liegt zwischen der Peter Tunner Straße im Osten, der Roseggerstraße im Süden und dem Stadtkai, welcher sich von Nordosten schräg nach Südwesten erstreckt, und wird jetzt als Parkplatz genutzt. Im Lichte des Kontextes könnte man die gründerzeitliche Blockrandbebauung - welche die östlich gelegene Innenstadt von Leoben bestimmt – weiterführen und diese Grundstück mit der Umgebung verbinden. Die weitergeführte Kaiserfeldgasse würde dann das Areal in zwei Teile trennen und am Ufer zur Mur abfallen. Dieses neue Quartier wäre ein in sich geschlossener Bereich, ohne Bezug zu Umgebung.

Wir denken aber, dass dies nicht die adäquate Antwort sein kann. Erstens lassen die Bestandsgebäude auf dem Areal eine geschlossene Bebauung nur lückenweise zu, und zweitens muss die städtebauliche Zielsetzung eine Aufwertung für das gesamte Quartier sein.

Wir drehen die Achse der Kaiserfeldgasse um 90 Grad und schaffen damit eine neue Quartiersachse – Boulevard des Wissens, welcher sich vom Stadtkai über das geplante Baufeld bis zum Rohstoff- und Werkstoffzentrum zieht. Entlang dieser Achse werden 5 neue Baukörper positioniert, deren Mittelpunkt das neue Quartierszentrum mit dem Studienzentrum ist. Die bestehenden Institute der Montanuniversität werden über die Achse an das neue Quartier angeschlossen und so ein Teil des Ensembles. Symbolisch kann diese Achse auch als Verbindung zur HTL, der Volksschule und dem Kindergarten gesehen werden. Durch die städtebauliche Setzung der fünf Solitäre entstehen Zwischenräume welche als Verbindungen zu den umliegenden Strukturen z.B.: dem Studentenheim genutzt werden können und so die Umgebung mit den neuen Gebäuden verweben. Alle Neubauten sind höhenmäßig abgetreppt um die Belichtung zu verbessern und auf die Nachbargebäude adäquat zu reagieren. Diese Höhenstaffelung findet ihren Abschluss im 8-geschossigen „Leuchtturm“, welcher in seiner Zeichenhaftigkeit den neuen Studien- und Forschungsstandort von allen Seiten unübersehbar macht und als Eingangsgebäude – in einer Art Torfunktion - direkt an der Kaiserfeldgasse steht. In der ersten Phase der Umsetzung sollen nur der erste und der zweite Bauabschnitt realisiert werden, die restlichen Baukörper werden aber als grüner „Fußabdruck“ bereits klar sichtbar abgebildet. Es entstehen eine geneigte Rasenfläche zur Entspannung, eine begrünte Parkplatzfläche und ein Grünkörper mit den bestehenden Bäumen des Areals.

Jahr: 2018
Auftraggeber: BIG