Wettbewerb Oberlandhalle Leoben

Aus dem Juryprotokoll:

Die intelligente und sensible Anordnung ähnlicher bzw. identer Baukörper reagiert sehr differenziert
auf das heterogene städtische Umfeld und schafft gleichermaßen eine anregende und komplexe
Sequenz von urbanen Freiräumen. Auch die im Modell angedeutete Materialdifferenzierung forciert
diese Qualitäten, ebenso wie die interessante Höhenentwicklung der Baukörper in Bezug auf die
Umgebung und das eigene Quartier.
Das Projekt zeigt gute statistische Kennwerte im Bereich der Ökonomie. Die Teilbarkeiten hinsichtlich
Baufelder und Bauphasen sind ausreichend und schlüssig nachgewiesen. Die Erschließung ist im
Sinne der Projektbeschreibung angemessen und ökonomisch.
Die Wohnungen sind im Hinblick auf die gestellte Bauaufgabe angemessen zugeschnitten und in der
weiteren Bearbeitung entwicklungsfähig.
Die Anmerkungen der Jury aus der Überarbeitung wurden intelligent und sensibel in das Projekt
eingefügt.
Die Fassaden in Hinblick auf Maßstäblichkeit, Blickbeziehungen und Materialität sind angemessen
und sehr stimmig mit dem Projekt entwickelt worden. In Bezug auf die Ausdifferenziertheit der
Materialien sind weitere Entwicklungsschritte im Zuge der Projektbearbeitung zu erwarten. Die
dargestellten Holzpanelfassaden auf Massivbau ist kritisch zu hinterfragen. Die architektonischen
Feinteile wirken teilweise beliebig, speziell ist die Fenestrierung bzw. Binnenteilung der
Stiegenhausverglasungen im Detail verfeinert zu bearbeiten.
Die Freigeschosse unter den Türmen sind vertiefend nachzubearbeiten, hier gibt es in der Jury die
einstimmige Entscheidung, diese Freigeschosse 2- geschossig auszubilden. Erst dadurch wird der
Projektqualität in ihrer sensiblen Differenziertheit von Zwischen- und Innenräumen im
städtebaulichen Maßstab Rechnung getragen. Auf die 4 entfallenden Wohnungen kann nach Ansicht
der Auslober verzichtet werden.
Die vorwiegend Nord-orientierten Wohnungen in den Bauabschnitten 1.2, 2.1 und 2.2 sind bezüglich
des Mindestbesonnungsnachweises im Sinne des Wohnbautisches (1 Stunde direkte
Sonneneinstrahlung am kürzesten Tag des Jahres in einem Aufenthaltsraum) und in Hinsicht auf die
Wohnqualität zu adaptieren.
Im Zuge der Weiterbearbeitung bzw. Einreichplanung sind die Fassadenpläne mit den detaillierten
Material- und Farbangaben, sowie und die Abänderungen zu den Freigeschossen unter den Türmen,
etc. den Mitgliedern der Jury zur Freigabe vorzulegen. Dieser Termin wird seitens der Stadtgemeinde
Leoben koordiniert und soll jedenfalls vor dem Termin beim Wohnbautisch stattfinden.

Jahr: 2017
Auftraggeber: SG Leoben / SG Donawitz
Preis: 1.Preis